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Ein Hotelwechsel ist angesagt. Sachen packen und entspannt im Park mit Simit (Hefekringel) und Kaffee den Tag beginnen. Bei 36° und Blick über die Moscheen der Stadt kann heute gar nichts mehr schiefgehen. Nach dem Frühstück geht es Richtung Hotel El Blanco. Das Zimmer ist zwar noch nicht bezugsfertig, aber das Gepäck darf ich bereits bringen. Das Hotel ist ein absoluter Glücksgriff mit super nettem Personal und mitten im historischen Herzen von Istanbul. Auch wenn hier nicht mehr alles bis ins kleinste Detail auf modernstem Stand ist – versprüht es einen aussergewöhnlichen Charme und lädt zum Wohlfühlen ein.

An der Rezeption werde ich von einer Griechin empfangen, welche auch schon die eine oder andere Rucksack- bzw. Couchsurfingtour hinter sich hatte. Unter anderem auch in Hamburg und Bremen. Es wird also erstmal über Bier, im speziellen dem Bamberger Rauchbier Schlenkerla philosophiert. Die Frage ob ich eine Flasche Bier für ein Foto dabei habe mußte ich mit nein beantworten und ärgere mich, dass ich diesen Plan aufgrund des Rucksackgewichtes wieder verworfen habe – es scheint aber so ein Deutschding zu sein. Ich bekomme auch die besten Tipps zu Fährverbindungen, öffentlicher Nahverkehr und zur asiatischen Seite von Istanbul.

Jetzt wird es Zeit, das Ziel anzusteuern. Asien!

Unterwegs greife ich beim türkischen Teppichhändler aus Ingolstadt noch einen leckeren Apfeltee ab. Ich glaube zwar, dass dieser sich das Verkaufsgespräch etwas erfolgreicher vorgestellt hat aber auch als Teppichhändler läuft ja nicht alles nach Plan. Während ich Richtung Fähranleger unterwegs bin frage ich mich immer wieder wozu nur diese vielen nicht beachteten Ampeln gut sind.

Geschafft! Ich bin in Asien – nach nur 6 Tagen in allen möglichen Verkehrsmitteln und zu Fuß bin ich auf einem anderen Kontinent. Hier zeigt Istanbul ein ganz anderes Gesicht. Weniger Massentourismuss, nette kleine Fischrestaurants, Gemüsehändler und unzählige „Dönerbuden“ bei welchen auch die Einheimischen kaufen und schlemmen. Eine ganze Straße ist bevölkert von Englischen Pubs und einigen Tattoostudios. Hier macht es Spaß, sich durch die Gassen mit offenen Ohren und Augen treiben zu lassen und sich seiner olfaktorischen Wahrnehmung hinzugeben. Wenn man dann noch von Aktivisten (Amnesty International) auf türkisch angesprochen wird und beim Wasserkauf etwas weniger zahlt und das Wechselgeld bis auf den letzten Cent zurückbekommt scheint es so, als ob man inzwischen ins Straßenbild der türkischen Metropole aufgesogen wurde.

Zurück in Europa geht es noch über den Taksimplatz und die angrenzende Shoppingmeile, welche in allen großen Städten der Welt gleich ist. Nur abseits von H&M & Co. tummelt sich eine feine Künstlerszene mit diversen kleinen Galerien und natürlich den dazugehörigen Bars. Ich lasse mich einfach durch die Stadt treiben und genieße die Stadt und den Bosporus bei Sonnenuntergang und der angehenden Nacht.  Vorbei an zahlreichen Jahrtausende alten Gebäuden freue ich mich auf ein Bett.

Da meine Heimreise inzwischen geplant ist, machen sich Freunde auch gleich an die Arbeit und planen meine Ankunft zurück am Tegernsee mit der Rückführung in bayowarische Tradition. Weißwurstfrühstück!

 

Wie es weiter geht und die ganzen Bilder gibt es in meinem Buch und bei meiner Vortragsreise.

 

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