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Um 23 Uhr geht es Richtung Istanbul los. Und ja, auch die Nachtfahrt kann interessant sein. Mitten in einer bulgarischen Kleinstadt lässt sich mitten in der Nacht ein Zahnarzt entdecken. Dank der Positionierung des gut einsehbaren Einzelhandelsgeschäfts mit großer Schaufensterfläche lässt sich der Zahnpflegemann rauchend im Behandlungsstuhl gut beobachten. Es sind jetzt noch 9 Stunden Fahrt und ich versuche so zu tun als lasse es sich im Bus schlafen.

Gegen drei Uhr erreichen wir dann endlich die Türkische Grenze und ich lerne den Grenzwahn ausserhalb der europäischen Grenzen kennen. Erst wird der Bus kontrolliert, dann müssen wir mit Handgepäck aussteigen um die Passkontrolle über uns ergehen zu lassen. Im folgenden wieder rein in den Bus und 50m fahren, dann wieder raus – Bus ausladen – Gepäckkontrolle. Irgendwo an der Grenze scheint eine lustige Musikkompo gestrandet und legt mitten in der Nacht ein kleines Konzert auf den Grenzasphalt – leider kann ich die Mädels oder Jungs nicht sehen, die Musik verbreitet aber gute Stimmung.

Nach einer Stunde Grenzwahn stehe ich das erste mal während meinem Roadtrip auf türkischem Boden. Es ist eine Mischung aus Freude und auch ein bisschen Stolz – fünf Tage und ich bin im Zielland angekommen. Schnell wieder ab in den Bus und versuchen, noch ein paar Stunden zu schlafen.

08:30 Istanbul Main Bus Terminal Büyük Otogar

Es ist also geschafft, in 96 Stunden von Gmund a. Tegernsee nach Istanbul. Verwendete Verkehrsmittel: Trampen (1.300 km), laufen (ca. 50 km), Bus (ca. 1.000 km). Und auch wenn es nicht ums Geld geht – bis hierher hat mich das ganze 67,- € gekostet.

Es ist wirklich das erste mal, dass mich eine Ankunft in einer Stadt leicht überfordert. Ich stehe zwischen gefühlten 1.000 Reisebussen und habe keine einzige türkische Lira im Gepäck und eine Wechselstube geschweige denn so tolle Automaten mit Scheinen sind nicht in Sicht. Ja, ist schon klar – wie blöd kann man eigentlich sein. Selbst schuld! Ich entsinne mich also meinen Fähigkeiten zur … und spreche mit einem türkischen Elektrohändler, welcher auch bereit ist meine restlichen serbischen Lira und ein paar Bulgarische LEW in die „harte“ türkische Währung zu tauschen. Nach ca. 10 min. bin ich auch mit dem System des öffentlichen Nahverkehrs in Istanbul vertraut und freue mich auf die Stadt, ein Zimmer, eine Dusche, einen Tee, etwas Schlaf … und, und, und.

Willkommen in Istanbul … die Suche nach einem Zimmer und die Entschleunigung dann in Tag 5.2

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