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7:00 Uhr – Nach der ersten Nacht ohne Kälte und Nässe kann ich den Sonnenaufgang wirklich genießen. Es gibt einen Müsliriegel zum Frühstück und eine kleine Dusche aus der Wasserflasche. Irgendwie entspannt mache ich mich  auf den Weg nach Niš. Es sind nochmals 2 Stunden Fußweg, nachdem ich bis jetzt fast 50 km in Serbien zu Fuß zurückgelegt habe entscheide ich mich heute, das Verkehrsmittel zu wechseln und in den Fernbus umzusteigen.

Am Stadtrand angelangt suche ich nach einer Bushaltestelle um ins Zentrum zu kommen. Der kyrillische Buchstabensalat auf den Linienplänen macht das Ganze nicht einfacher, ist aber auch egal. Einfach in irgendeinen Bus einsteigen und mal sehen wo ich rauskomme. Das Glück scheint mir heute hold zu sein, für umgerechnet 40 Cent bringt mich der Bus tatsächlich ins Zentrum nicht unweit vom Busbahnhof.

Wieder treffe ich Menschen, welche sich scheinbar auf das Granteln spezialisiert haben. Die Frage nach einem Bus nach Istanbul wurde mit einem kurzen und energischen „NO!!!“ beantwortet. Die Frage nach Sofia mit einem „Yes“, kein wann – kein wo – kein wieviel. Nach etwas hin und her drückt mir der „nette“ Schalterbeamte einen Schmierzettel in die Hand, auf welchem eine Uhrzeit und ein Preis steht mit der Ansage ich sollte erstmal Geld wechseln gehen. Ach was für freundliche Menschen hier. So hole ich mir ein Ticket nach Sofia, der Bus fährt um 16 Uhr ab. Zeit die Stadt zu erkunden.

Der Stadtkern rund um die Festung ist wirklich schön, verschiedenste Märkte laden zum Bummeln ein und die Gärten zum Verweilen. Die Ćevapčići im Pitabrot sind einfach lecker und so darf ich einen entspannten Tag verbringen. Leider muß ich bei meiner Abreise feststellen, dass ich in ganz Serbien nur Grantler und Tussies gesehen und kennengelernt habe – natürlich ist das nach nicht einmal drei Tagen ein sehr subjektiver Eindruck – lädt aber nicht zu einem weiteren Besuch ein. Schade eigentlich, Serbien scheint vor allem landschaftlich einiges zu bieten.

Im Bus nach Sofia lerne ich dann mal wieder einen interessanten Menschen kennen. Der in Israel geborene New Yorker scherzt an der grenze nach Bulgarien ob wir erschossen werden – wenn wir ohne Passkontrolle das Toilettenhäuschen auf der anderen Seite der Grenze besuchen würden ;-). Der Typ (leider habe ich den Namen vergessen, reist im Jahr mindestens zwei Monate und fährt nach Sofia um den günstigsten Rückflug nach New York zu bekommen. Ein Blick in seinen Paß macht mich fast sprachlos. Er scheint aus allen Ländern dieser Welt Stempel zu haben. Ein weiterer Passagier (der erstmal wie ein „Penner“ daherkommt) ist ein Spanier um die 50, spricht fließend acht Sprachen, ist seit mehreren Jahren auf Reisen und unterhält sich gleich mal mit einem Koreaner fließend in dessen Landessprache. Wow, strange – es sind wirklich faszinierende Menschen unterwegs. Leider konnte ich mich nicht näher mit ihm unterhalten. Er steigt einfach irgendwo im bulgarischen Hinterland aus, um einen Freund zu besuchen.

20 Uhr – ich bin in Sofia und wechsle die Schuhe. Das stabile Fußgewand weicht den FlipFlops, welche ich bis zu meiner Rückkehr in München nicht mehr wechseln werde. Am Busbahnhof angekommen bin ich erstmal planlos, bevor ich ein Schild mit den Nachtbussen sehe und tatsächlich fährt heute um 23 Uhr noch ein Bus direkt nach Istanbul. So buche ich mir schnell noch ein Ticket. Leider habe ich jetzt nur ca. zwei Stunden für Sofia. Erster Eindruck: nette Menschen, gute Stadt – hier fühle ich mich willkommen und werde bestimmt mal wieder hier aufschlagen. So,  jetzt noch ein Bierchen und dann ab zum Bus, um am nächsten Morgen um 09:00 Uhr in Istanbul zu sein.

Die nächtliche Fahrt und meine Ankunft in Istanbul gibt es dann im nächsten Bericht.

Gute Nacht und gute Fahrt.

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