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5:45 Uhr – Der Tag beginnt durchgefroren und Nass, aber bei einem grandiosen Sonnenaufgang, leider direkt neben der Autobahn. Nach dem Verpacken meiner Schlafstätte entscheide ich mich für einen kleinen Morgenspaziergang von 7 km. Ein Schild weist mir den Weg zum nächsten McDonalds. Warum ein McD? Hier gibt es wirklich das Rundum-Sorglos-Paket: Kaffee, Strom und WIFI . Beim Kaffee schmiede ich Pläne für die noch ausstehenden 1.000 km, bisher hat mir Serbien ja nicht wirklich geholfen. Werde jetzt versuchen nach Sofia zu kommen, um dann mit dem Nachtbus oder Bahn durch das bulgarische Hinterland direkt nach Istanbul zu kommen. Kaum bin ich in der Burgerbratbude sind sie am Nachbartisch auch schon wieder da. Vier Deutsche regen sich furchtbar über den zu kalten Kaffee „Latte“ auf und sind geschockt von dem mit Zimt betäubten Milchschaum: „Sie mal was die gemacht haben, Zimt, ihhhh“.

Ich stehe schon wieder zwei Stunden und das an einer wirklich gut besuchten Raststätte mit Hotel und Co. Dieses Land wird nicht mein Hitchhikingfreund. Gegen 12 Uhr in der Mittagssonne geht es zumindest mal 30 km weiter, danach sind wieder die Beine gefragt. 3 Stunden entlang der Autobahn ohne das regionale Radiostationen Fußgänger auf der Fahrbahn melden. Während des Laufens frage ich mich wie ein Land so schattenfrei sein kann. Schreibe jetzt erstmal neue Schilder und versuche die nächste größere Stadt zu erreichen – mein Ziel ist Niš. Es klappt. Mitten auf der Autobahn halten zwei nette Serben, ich nenne sie die Gemüsefraktion. Die Gemüsehändler legen jeden Tag ca. 400 km im Kleintransporter zurück, um Gemüse durchs Land zu fahren. Sie legen mir eine Karriere als korrupten serbischen Politiker ans Herz: „Hier ließe sich einfaches Geld schon auf kleinster kommunaler Ebene erwirtschaften“. Erstmal eine Kaffepause bei Gazprom und dann versuchen, die restlichen 100 km bis nach Bulgarien zu schaffen.

Das war es dann für heute mit planen, komme bis kurz vor Niš und nehme eine weitere Nacht an der Autobahn in Kauf. Zur Sicherheit suche ich diesmal bereits bei Tageslicht mein Nachtquartier. Das grüne Dreieck inmitten des Autobahndreiecks scheint mir gut geeignet. Nur die Monstermoskitos scheinen in gleicher Weise Zuneigung zu mir, wie ich Abneigung zu ihnen verspüre. Das „Bett“ ist gemacht und schon bekomme ich Besuch. Ich darf eine giftgrüne Spinne meinen Bettnachbarn nennen. Ein Hoch auf unsere Smartphones. Es ist eine Grüne Huschspinne ( Micrommata virescens) – der Biss der Huschspinne ist leicht schmerzvoll, aber ohne Nachwirkungen. Die grüne Huschspinne ist für den Menschen völlig harmlos. Na dann, Ohropax rein und in den Sternenhimmel gucken.

Gute Nacht.

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