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6:00 Uhr – Guten Morgen, Sonnenaufgang. Nach einer empfindlich kalten Nacht darf ich den Tag in einer von Nebelschwaden durchzogenen Landschaft begrüßen. Packen, Kaffee, Croissant, noch eine Katzenwäsche und dann weiter Richtung Istanbul – wie weit wird es heute gehen?

Erst einmal warten, um 10 Uhr bekomme ich einen Lift mit einem LKW-Fahrer aus Serbien, welcher mich bis zur Grenze bringt. Die verräterischen Lumiarmbänder brachten uns ziemlich schnell auf Familie und das Leben als Trucker zu sprechen. Interessant auch was man so auf politischer Ebene erfährt, auf meine Frage warum an dieser Grenze soviel los ist bekam ich es mit dem Rußlandkonflikt zu tun. Da Russland die Einfuhr von Lebensmittel aus EU-Länder derzeit verbietet fahren viele über Serbien und lassen sich neue Papiere ausstellen. Somit können die Firmen Liefersanktionen umgehen.

Die Serbische Grenze bezwang ich dann mitten auf der Autobahn. Als Fußgänger schön eingereiht in der Autoschlange vorbei an der Passkontrolle um mir meinen ersten Einreisestempel zu holen.

Dann die Überraschung! Direkt nach der Grenze quatscht mich eine junge Familie an. Woher ich denn komme, wohin ich möchte, welche Sprache ich spreche. Auch die in Saarbrücken wohnhafte Familie (eine Deutsche, ein Kosovoalbaner und deren zwei Kinder) staunten bei meiner Geschichte nicht schlecht. Kurzerhand wurde der mit zwei Kindersitzen und unzähligen Mitbringsel bestückte 20 Jahre alte Seat umgepackt um mich mit Rucksack auf den Vordersitz zu quetschen. So durfte ich bis fast nach Nis die Familie auf Ihrem „Höllenritt“ bei 180 kmh in Ihre Heimat zum Urlaub begleiten. Der Fahrer erzählte mir dann noch, dass er gestern um 23 Uhr direkt nach einer 10 Std. Arbeitsschicht losgefahren ist – OK – Augen zu und nur nicht darüber nachdenken. Zum Abschied gab es HighFive mit den Kindern und eine 5-Minuten-Terrine als Geschenk, ich solle ja auf meiner weiteren Reise nicht verhungern. Danke, Ihr bleibt mir sicher immer im Kopf – so nett und hilfsbereit sind wohl die wenigsten unserer Mitbürger.

 

17 Uhr mitten in Serbien und es geht gar nichts! Nach drei Stunden warten gibt es jetzt erst mal ein Salami/Käsebaguette mit ner kalten Cola zum Abendessen. Was für ein reichhaltiges Nährwerk. Da ich diesen Tag eh schon „abgeschlossen“ habe werde ich mich dann einfach in die Sonne setzen, ein Buch lesen und mir dann noch eine schöne Wiese für die Nachtruhe suchen. Die Temperaturen sollten hier in Zentralserbien auch deutlich angenehmer als letzte Nacht ausfallen.

Die Suche nach der Wiese wurde zu einem 8km Ausflug auf der Autobahn um mich dann doch mitten in der Nacht direkt neben der Autobahn auf dem Grünstreifen zu betten. Keine schöne Nacht, der Grünstreifen ist abschüssig, es hat wieder nur 10 Grad und die nächtliche Feuchtigkeit ist kein Spaß. Na ja, ein bisschen Schlaf geht schon und es wartet ja auch ein neuer (hoffentlich besserer Tag) auf mich.

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